Schon seit langem stand in unserem diesjährigen Segelkalender ein Termin ganz fest, Samstag der 17.09.2016 mit dem 16. Sandeman-Cup. Seit wir mit unserer Espina auf der Ostsee unterwegs sind, haben wir immer an dieser von Warnemünde nach Nysted DK führenden Regatta teilgenommen, nun also bereits zum vierten Mal. Rechtzeitig waren wir am Freitag im ASV Warnemünde und ergatterten noch einen heiß begehrten Liegeplatz für die Nacht. 17:30 Uhr holten wir unsere Crew vom Bahnhof ab und ab 18:00 Uhr erfolgte traditionsgemäß bei Freibier die Anmeldung auf der Segelyacht Bonito vom  Yachtclub Warnow, dem Ausrichterverein.Wir wollten die Startnummer 13 und bekamen diese auch, Aberglaube? Die letzten beiden Jahre  hatten wir sie auch und wurden damit letztes Jahr Zweite unserer Yardstickgruppe. Samstagmorgen um 06:30 Uhr aufstehen, Frühstück und um 08:00 Uhr tönte dann der allseits bekannte Ruf Sandemänner, Sandemänner, Sandemänner. Es folgte die Steuermannsbesprechung ohne Abweichungen von der Segelanweisung, aber mit der Bekanntgabe eines neuen Teilnehmerrekordes,  70 Startmeldungen.

Kurz nach halb neun legten wir ab. Das Wetter war prächtig und der Wind kam mit 3-4 Bft aus östlicher Richtung. Für die dänische Seite wurde ein auf Nord- Nordost drehender Wind mit bis 6 Bft vorhergesagt. Der Kurs liegt uns, der Wind ist händelbar und es dürfte ein langer Schlag werden. Rechtzeitig an der sich zwischen den Leuchttürmen und über die gesamte Warnowbreite erstreckenden Startlinie zu sein war die erste Tagesaufgabe, denn hier gibt es einen Massenstart. Auf die Sekunde starteten wir mittig der Startlinie und entschieden uns, trotz kurzzeitig bevorstehender Windabdeckung durch einen einlaufenden Frachter,  für die westliche Seite des Warnemünde Fahrwassers. Schon wenig später frischte der Wind immer mehr auf und schob eine immer größer werdende Welle vor sich her, die uns wiederum auf der Steuerbordseite traf. Daher entschieden wir uns schon in Höhe der Warnemünde Ansteuerung für das erste Reff im Großsegel, mit besseren Segeleigenschaften und Geschwindigkeitsgewinn. Was für ein Tag, nicht ein einziger Frachter der uns in der Kadettrinne behindern wollte. Nach erfolgreicher Querung  kamen wir an den Punkt das zweite Reff einzubinden, der Wind hatte spürbar zugenommen und die Welle war stellenweise schon um die 1,50m hoch. Auch mit zweitem Reff hatten wir keine Geschwindigkeitseinbußen zu verzeichnen. Zeitgleich trafen wir mit unserem gleichwertiger Gegner „Gadus“   (auch YST Wert 107-letztes Jahr ein Platz vor uns) im Bereich um die Rödsand Ansteuerung ein. Ganz langsam drohten wir in Luv am Gadus vorbei zu segeln. Dort brach ein wenig Hektik aus und das Großsegel wurde aus dem zweiten Reff wieder in voller Größe sichtbar. Vorteile brachte dieses Manöver zum Glück nicht, denn Richtung Wendetonne (Untiefentonne Ost) ging es nun schon ziemlich hoch am Wind. Danach mit Halbwind Richtung Nysted Fahrwasser und den Gadus immer ein paar Bootslängen hinter uns. Um den Vorsprung zu halten haben wir sicherheitshalber auf das erste Reff ausgerefft, zum Glück ausreichend um unseren Verfolger auf Abstand zu halten. Dann ins Fahrwasser und die letzten Meter mit einem mehr als hoch am Wind Kurs über die Ziellinie, GESCHAFFT. Ab jetzt  das Übliche, Liegeplatz suchen, Boot klarieren, Anleger trinken, Kaffee und Kuchen, Landgang, Grillen, Freibier genießen, nebenbei Sandeman-Cherry trinken und warten. Dann, irgendwann nach 20:00 Uhr war es soweit, Siegerehrung  und die Spannung stieg. Unsere Yardstickgruppe und Platz 3 waren wir nicht, dann Platz 2 mit der Segelyacht … Gadus und langsam kam ein Gefühl hoch - Platz 1 in der Yardstickgruppe 2 belegte die Segelyacht Espina. Lauter Jubel und unbeschreiblicher Stolz auf unsere erreichte Leistung. Lange wurde an diesem Abend noch bei handgemachter Livemusik und super Stimmung gefeiert. Am nächsten Morgen um 09:30 Uhr die Leinen los und bei schönem Nordost zurück in die Heimat gerauscht.  An dieser Stelle nochmal einen ganz herzlichen Dank an die Organisatoren des Yachtclub Warnow e.V. für diese tolle Veranstaltung. Jo und das war‘s für dieses Jahr, wir freuen uns schon jetzt aufs Nächste und würden es toll finden mit weiteren Vereinsyachten des SSVR auf Strecke zu gehen, es lohnt sich auf jeden Fall.

Noch eine schöne Restsaison wünschen Cathrin und Torsten von der SY Espina / FR163.

Bilder und ein schönes Drohnenvideo vom Start findet ihr hier!

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